Verdacht auf Vernachlässigung – schützen Sie das Kind

18.08.2016

Im Jahr 2014 haben Jugendämter bundesweit 107.000 Fälle möglicher Kindeswohlgefährdung überprüft. Ein häu­figer Anlass ist der Verdacht auf Vernachlässigung. Oftmals kommen die Hinweise von Lehrern, denn sie erleben recht deutlich, ob ein Kind verantwortungsvoll umsorgt oder aber mangelhaft versorgt wird.

Insbesondere wenn Ihre Schule in ei­nem Einzugsgebiet liegt, in dem viele benachteiligte Familien wohnen, the­matisieren Sie die Erkennungsmerkma­le von Vernachlässigung und das Vor­gehen zum Schutz des Kindes in einer pädagogischen Konferenz. Stehen Sie darüber hinaus für eine Lehrkraft, die einen Verdachtsfall in ihrer Klasse hat, als wichtigster Ansprechpartner und für Entscheidungen zur Verfügung.

 

Inklusion in der Schule

 

3 Tipps: So schützen Sie die Schüler vor Vernachlässigung

 

1. Schritt: Beraten Sie die Eltern

Ansprechpartner bei physischen und schulischen Auffälligkeiten sind die El­tern bzw. derjenige Elternteil, bei dem das Kind lebt. Führen Sie ausführliche Beratungsgespräche durch. Sorgen Sie z. B. über das Mitteilungsheft für eine kontinuierliche Rückmeldung über die Umsetzung der Vereinbarungen.

 

2. Schritt: Empfehlen Sie Unter­stützung durch das Jugendamt

Stellen Sie fest, dass Ihre Bemühungen keinerlei Wirkung haben, oder müssen Sie aufgrund von sicheren Informationen von einer starken Belastung der Familie durch Bildungsferne, Alko­hol- oder Drogenkonsum ausgehen, empfehlen Sie den Eltern, sich an den Allgemeinen Sozialdienst (ASD) beim Jugendamt zu wenden und sich dort Hilfe zu holen.

 

3. Schritt: Informieren Sie das Jugendamt

Lehnen die Eltern dies ab, oder stellen Sie auch weiterhin keine Verbesserung der Situation fest, können auch Sie die Beratung des ASD in Anspruch neh­men. Sehen Sie das Kindswohl als deut­lich gefährdet an, teilen Sie dem ASD Ihre Beobachtungen und Ihre Bedenken mit. Diesen Kontakt zum ASD stellt der Schulleiter als Behördenvertreter her. Konkrete Informationen können dann von der Lehrkraft geliefert und mit dem ASD ausgetauscht werden.


Das sagen Ihre Kollegen:


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Leistungsbewertung: 4 Tipps, wie das Klima zwischen Eltern und Schule positiv bleibt

8. September 2016

Zwar steht der Übertritt für Schüler aus der 4. Klasse an die weiterführenden Schulen erst nach den Osterferien an. Für die Übertrittsempfehlung zählen allerdings die Leistungen des gesamten Schuljahres. Und diese beginnen... Gestalten Sie die Leistungsbewertung transparent

So sichern Sie sich die Unterstützung von Eltern

2. Februar 2017

Eltern Ihrer Schüler verfügen über verschiedene Kompetenzen, die Sie für Ihren Unterricht gewinnbringend nutzen können. Schaffen Sie es, die Eltern Ihrer Schüler als Partner zu gewinnen, können Sie von deren Unterstützung... Nutzen Sie das Eltern-Wissen für Ihren Unterricht gewinnbringend

„Shitstorm“ bei Facebook – so können Sie sich wehren

28. September 2017

Kein Medium ist heutzutage schneller als das Internet. So verbreiten sich leider auch in Windeseile ärgerliche Postings und Stellungnahmen von Eltern über Ihre Schule. Was Sie da tun können, erfahren Sie in diesem Beitrag.... So handeln Sie richtig bei einem Shitstorm in sozialen Netzwerken

Nein, Danke




Verlag PROSchule

Service: +49 (0) 228-95 50 130
E-Mail: info@schulleiter.de

© 2019, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft