„Individuell lernen, ja – doch individuell bewerten, wie soll das gehen?“, wird so mancher Kollege fragen, wenn Sie beispielsweise in einer pädagogischen Konferenz diesen Gedanken an Ihr Lehrerteam herantragen. Die Antwort lautet: Bewerten Sie Leistungen mit einem Portfolio. Ende der 90er Jahre hat die angelsächsische Unterrichtsforschung dieses Instrument, das ursprünglich nur eine Sammelmappe von Kunstwerken meinte, für die Pädagogik entdeckt. Seitdem hat es sich sehr verbreitet. Klären Sie schulweit den Umgang mit Portfolios.
Was ist das Besondere am Portfolio? Bei der Portfoliobewertung rücken Sie den Lernprozess in den Fokus. Arbeitsentwürfe und deren Weiterentwicklung zeigen auf, wie sich der Schüler in diesem Bereich entwickelt hat. Stellen Sie die Portfoliobewertung neben die punktuelle Leistungsbewertung in den Klassenarbeiten, in denen das Ergebnis bewertet wird.
Portfolioarbeit beruht auf schülerorientierten Unterrichtsformen wie z.B. Werkstattunterricht, fächerübergreifendem Projektunterricht oder Freiarbeit. Denn Ihre Schüler brauchen Gelegenheit und Zeit für das Verfassen und Überarbeiten von Texten und Darstellungen, die in das Portfolio übernommen werden sollen. Auch die Vorbereitung und Durchführung der Präsentation des erarbeiteten Ergebnisses sind ein zentrales Element der Portfolioarbeit und kosten Zeit. Sie brauchen ebenso zeitliche Freiräume für die vielen Portfolio-Feedback-Gespräche, die Sie mit Ihren Schülern führen. Offene Arbeitsformen geben Ihnen die Gelegenheit dazu.
Die Zusammenstellung von Materialien ist der erste Teil des Portfolios. Um Verbindlichkeit zu schaffen, muss auch der zweite folgen, die Bewertung, allem voran die Selbstbewertung.
Erarbeiten Sie mit Ihren Schülern Kriterien für die Selbstbewertung. Was alles muss die Mappe enthalten? Was macht eine gute Zeitung über ein Wiesenprojekt aus? Wann macht das Zuhören bei einer Präsentation Spaß? Stellen Sie Materialien zur Verfügung, mit deren Hilfe Ihre Schüler über das Erarbeitete nachdenken können. Legen Sie die Beurteilungskriterien – in kindgemäßer Form formuliert – dem Portfolio bei. Führen Sie längerfristig auch ein Lerntagebuch oder ein Arbeitsjournal ein. Üben Sie diesen Schritt der Selbstreflexion regelmäßig.
Führen Sie bald nach der Selbstreflexion des Schülers ein Portfoliogespräch mit ihm über seinen Lernprozess. Sowohl der Schüler als auch Sie begründen anhand der festgelegten Qualitätskriterien die jeweilige Bewertung. So schulen Sie die Fähigkeit Ihrer Schüler zum Vergleich mit festgelegten Anforderungen und zur Einschätzung ihres Lernverhaltens und der eigenen Leistung.
Die Leistungsbewertung mit dem Portfolio bringt dem Lerner, dem Lehrer und den Eltern Vorteile:
Abschluss- und Versetzungszeugnisse haben für die betroffenen Schüler eine besondere Bedeutung. Vom Notendurchschnitt und von Noten in einzelnen Fächern hängt es ab, ob der Zugang zu einem bestimmten Ausbildungsberuf oder... Mehr erfahren
„Behandeln Sie Ihre Klasse fair und gerecht!“ Das ist die am häufigsten geäußerte Forderung an die Beurteiler. Beginnen Sie damit weit vor der schriftlichen Abfassung der Zeugnisbeurteilung. Planen Sie genügend Zeit ein,... Mehr erfahren
In der Schule fehlen die meisten Schüler wegen Krankheit. In weiterführenden Schulen sieht das oft anders aus. Schulschwänzer legen keine Entschuldigungen vor. Manche fälschen ihre Entschuldigungen, ohne dass Eltern etwas... So können sich Fehlstunden auf Zeugnisnoten auswirken.
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