Urban-Syndrom: Wie Sie dieser Herausforderung am besten begegnen

16.01.2019

Wenn Sie einen Schüler mit Urban-Syndrom in Ihrer Klasse unterrichten, sollten Sie einige wichtige Fakten kennen. Ihr Schüler leidet an einer Störung der Appetitkontrolle. Diese wird durch eine Fehlfunktion des Hypothalamus verursacht. Ihr Schüler kann darum nicht aufhören, an Essen zudenken.

Wenn er Gelegenheit dazu bekommt, sammelt und hortet er alles Essbare – manchmal verzehrt er sogar Nichtessbares (z. B. Erde). Lesen Sie in diesem Beitrag, was dies für Ihren Unterricht bedeutet und was Sie tun können, um richtig zu reagieren.

Wenn Essen und der Umgang mit Nahrungsmitteln zum Problem wird, gibt es für Sie als Lehrkraft eine Menge zu bedenken.



Lagern Sie kein Essen im Klassenzimmer

Vielleicht steht auf Ihrem Pult ein Glas oder eine Schatzkiste mit kleinen Naschereien, die Sie gelegentlich zur Verstärkung einsetzen? Für Ihren Schüler mit Urban-Syndrom kann das zur Qual werden.Möglicherweise versucht er sogar, diese Süßigkeiten zu stibitzen, wenn er Gelegenheit dazu bekommt.

Wichtig ist: Bewahren Sie keine Lebensmittel im Klassenzimmer auf, auch wenn diese nicht offen zugänglich sind. Vielleicht können Sie Süßigkeiten für besondere Anlässe im Lehrerzimmer in einem Fach lagern oder bringen diese nur an dem Tag mit, an dem Sie diese ausgeben wollen.

Achten Sie auf die Pausenbrote

Es kann vorkommen, dass Ihr Schüler mit Urban-Syndrom seinen Mitschülern die Pausenbrote wegnimmt. Am besten bleiben die Brotboxen in der Schultasche, bis sie gebraucht werden. Wird in Ihrer Schule ein Frühstück angeboten: Ihr Schüler kann vermutlich nicht selbstständig spüren, wann es genug ist. Vereinbaren Sie ein Signal mit ihm, auf das er z. B. eine andere Tätigkeit aufnimmt und das Essen beendet. Helfen Sie ihm ggf. dabei, indem Sie mit ihm ein Lernspiel spielen oder ihm vorlesen.

Regeln Sie das Essen in der Pause

Führen Sie für Ihre Klasse eine besondere Essensregelung ein. Lassen Sie Ihre Schüler beispielsweise 10 Minuten vor der Pause gemeinsam in den Sitzkreis kommen, um dort zusammen zu essen. So haben Sie auch im Blick, wie sich Ihr Schüler mit Urban-Syndrom dabei verhält.

Informieren Sie Ihre Kollegen

Die Situation auf dem Pausenhof kann für Ihren Schüler zum Problem werden. Besonders wenn alle Kinder essen und vielleicht noch halb volle Brotboxen im Hof ablegen, um zu spielen. Im Optimalfall sollte Ihr Schüler von seinem Schulbegleiter in der Pause gesondert beaufsichtigt werden. Sprechen Sie auf alle Fälle mit Ihren Kollegen, dass diese während der Pausenaufsicht ein Auge auf das Verhalten des Kindes haben.

Bitten Sie die Eltern um ausreichend gesunde Snacks

Ihr Schüler mit Urban-Syndrom sollte immer selbst ausreichend gesundes Essen dabeihaben. Dies sollte reichen, damit er in jeder Pause mit seinen eigenen Snacks versorgt ist.

Finden Sie Lösungen für besondere Anlässe

Haben Sie die Bedürfnisse Ihres Schülers mit Urban-Syndrom im Hinterkopf, wenn Veranstaltungen und außergewöhnliche Ereignisse die Struktur des gewöhnlichen Schultages auflösen.

Sorgen Sie für Begleitung beim Schulfest

Bei Schulfesten gibt es in der Regel auch Essen. Oft ist es ein Kuchen- oder Waffelverkauf, den Eltern auf die Beine stellen, um Geld zusammeln. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Schüler mit Urban-Syndrom in dieser Situation nicht allein ist. Schulbegleiter oder Eltern sollten ihn beaufsichtigen.

Beginnen Sie beim Kindergeburtstag mit einem Frühstück

Statt 30 Tage im Jahr Kuchen zu essen, weil eines der Kinder Geburtstag hat, hier eine Alternative: Wenn ein Geburtstag ansteht, sollte dieser auch gefeiert werden. Doch statt der „Zuckerbombe“, die im Grunde der Konzentrationsfähigkeit Ihrer Schüler eh nicht gut tut: Veranstalten Sie an diesen besonderen Tagen ein gemeinsames Frühstück.

Bitten Sie die Eltern, frisches Obst und Brötchenbelag zu organisieren. Sie könnten die Elternklassensprecherin bitten, die Brötchen zu besorgen und sie aus der Klassenkasse zu bezahlen.


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