Ganztagsschule: So sorgt der Koordinator für Vernetzung

12.01.2017

Ihre Lehrer erwarten beim Ganztag einen reibungslosen Ablauf und einen Stundenplan, der wenige Spring­stunden und einen frühen Schluss am Nachmittag beinhaltet. Die Schüler erwarten Freiräume und interessante Angebote nach Wunsch. Die externen Honorarkräfte erwarten gute Arbeitsbedingungen und motivierte Schüler. Die Eltern erwarten, dass ihre Kinder ein gesundes Mittagessen bekommen und dass sie von den Hausaufgaben entlastet werden. – Alle Wünsche zu erfüllen ist sicher unmöglich. Doch damit Ihre Ganztagsschule reibungslos läuft, sind die Vernetzung der Akteure und die Abstimmung der Abläufe unabdingbar.

Legen Sie die Vernetzung in die Hand eines Ganztagsschulkoordinators. Es sind 4 große Aktionsfelder, in denen er die Geschicke der Ganztagsschule lenkt, natürlich immer in Absprache mit Ihnen als Schulleiter.

 

Schulleitung intern

 

Aktionsfeld 1: Organisation der Ganztagsschule

Die Ganztagsschule erfordert einen ho­hen Organisationsaufwand. Abhängig davon, ob Sie einen externen Träger mit einem Pauschalangebot für die noch zu füllenden Nachmittagsstunden beauf­tragt haben oder ob Ihre Schule selbst das Kursangebot erstellt, ergibt sich für Sie als Koordinator mehr oder weniger Arbeit. Doch auch wenn Ihr externer Träger das Personal rekrutiert, bleibt für Sie eine Menge zu tun: Es gilt, das Kurs­angebot abzustimmen, es den Schülern anzubieten und das Ergebnis rückzu­melden. Erst dann kann der Träger die Verträge mit den Honorarkräften ab­schließen.

Wenn der Ganztagsbetrieb läuft, muss festgestellt werden, ob die An­gebote tatsächlich Ihren Qualitätsan­sprüchen genügen. Hier geben oftmals Elternbeschwerden Anlass für ein ge­naueres Hinschauen.

 

Und daneben muss der Alltagsbetrieb sichergestellt sein:

  • Feststellung, ob alle AG-Leiter an­wesend sind
  • Vertretungsmanagement
  • Absenzen-Management für den Ganztag sicherstellen und Informa­tionsfluss zum Klassenlehrer und den Eltern

 

Arbeitsfeld 2: Vernetzung der Akteure in der Ganztagsschule

Ein ähnlich umfangreiches Aufgaben­feld ist die Vernetzung der Akteure. Denn in der Ganztagsschule wirken verschiedene Professionen mit:

  • Lehrer
  • der Sozialpädagoge der Schule
  • externe Mitarbeiter, die durch die Schule oder durch den freien Träger rekrutiert wurden.

Jede dieser Personengruppen hat ihre spezifische Einstellung zu den Schülern und zur Schule. Nicht immer sind die­se Haltungen kompatibel. Sorgen Sie durch klare Absprachen und durch re­gelmäßige runde Tische dafür, dass Pro­bleme gemeinsam gelöst werden, bevor sie sich zu Konflikten auswachsen.

Vernetzung ist auch mit anderen Jugend- und Bildungseinrichtungen wichtig. Beziehen Sie beispielsweise die örtlichen Sportvereine, die Musikschule und die Kinder- und Jugendhilfe in die Gestaltung des Nachmittagsprogramms ein.

Stellen Sie den Eltern regelmäßig ein Forum zur Verfügung, in dem sie ihre Erfahrungen mit dem Ganztag be­richten und Fragen stellen können. So verhindern Sie, dass Schüler plötzlich abgemeldet werden oder der Ganztag in ein schlechtes Licht gerät und die Bewerbungszahlen im nächsten Jahr zurückgehen.

 

Arbeitsfeld 3: Mittagspause im Ganztagsbetrieb

Die Gestaltung und Organisation der Mittagspause nimmt eine zentrale Rol­le im Ganztagsbetrieb ein. Das Essen selbst, der Ablauf des Essens in der Mensa, die Angebote für eine Ruhe-oder eine Bewegungsphase, die Aufsicht – werfen Sie immer wieder einen Blick auf die einzelnen Bereiche. Optimieren Sie, wo nötig, und thematisieren Sie beim runden Tisch, wenn gemeinsam etwas geändert werden muss.

 

Arbeitsfeld 4: Qualitätssicherung der Ganztagsschule

Nutzen Sie die Instrumente der Quali­tätssicherung in Ihrem Bundesland, z. B. Qualitätsstandards und Fragebögen. Führen Sie bei Elternabenden mündli­che Befragungen zur Zufriedenheit der Eltern durch und im Abstand von 2–3 Jahren schriftliche. Die Auswertung gibt Aufschluss über etwaige Verän­derungspotenziale. Je zufriedener die Schüler und Eltern sind, desto sicherer lässt sich der Ganztagsbetrieb weiter­führen.

 

Fazit: Der Aufgabenkatalog des Ganz­tagskoordinators ist sehr umfangreich, je nach Organisation des Ganztags. Ste­hen keine Entlastungsstunden zur Ver­fügung, verteilen Sie die Aufgaben auf ein Team oder übernehmen auch Sie als Schulleiter einige Bereiche.


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