Hätten Sie das über AD(H)S-Kinder an Ihrer Schule gewusst?

07.02.2019

An unseren Schulen haben wir immer häufiger Kinder mit AD(H)S. Die diesbezüglichen Diagnosen nehmen zu, genauso wie die Zahl derer, die im Unterricht auffällig, aber nicht AD(H)S-diagnostiziert sind. Die Folgen im Un­terricht mit der damit verbundenen Unruhe und Unkonzentriertheit sind für beide Schülergruppen die gleichen: Herumlaufen, Stören, Reinrufen etc.

Hier sollten Sie Ihre Kollegen im Sinne Ihrer Fürsorgepflicht nicht alleinlas­sen, denn eine ständige, durch diese Schüler hervorgerufene Unruhe im Unterricht belastet Ihre Kollegen. Unterstützen Sie diese mit den folgenden Tipps.

Diese Fakten sollten Sie und Ihre Lehrer kennen

Etwa 5–7 % der Weltbevölkerung ist betroffen. Jungen werden 4- bis 9-mal häufiger diagnostiziert, weil bei ihnen meistens die Hyperaktivität als Symp­tom im Vordergrund steht.

Bei Kindern und Jugendlichen

  • fallen „Träumer“ meist erst mit Schulbeginn auf. Zuvor werden sie eher als brave Kinder angesehen.
  • haben „Hyperaktive“ oft Schwierig­keiten mit Gleichaltrigen, sind unruhig, impulsiv und unkonzentriert.
  • haben AD(H)S-Schüler oft beson­dere Begabungen und sind kreativ.
  • sind AD(H)S-Schüler hilfsbereit und nachtragender.
  • haben AD(H)S-Schüler zumeist eine durchschnittliche Intelligenz. Sie schaffen es jedoch aufgrund ih­rer psychischen Störung nicht, diese abzurufen.
  • ist Konzentration dann möglich, wenn der Schüler sich für Inhalte interessiert.

Wichtige Tipps für Ihre Lehrkräfte

Dem AD(H)S-Schüler hilft es, wenn

  • sie ihm Aufträge geben, von denen sie überzeugt sind, dass er diese be­wältigen kann.
  • sie ihm beim Antworten genügend Zeit und unter Umständen Hilfestel­lung geben.
  • der Sitzplatz so gewählt wird, dass Ablenkungen durch visuelle und akustische Reize vermindert wer­den.
  • sie den Schüler bei Ansprache direkt anschauen.
  • sie ihn vermehrt zu Beginn der Un­terrichtsstunde drannehmen, wenn seine Konzentration noch hoch ist.
  • sie ein Kritzeln auf dem Papier bis zu einem bestimmten Grad als Span­nungsabbau hinnehmen.
  • sie keine Rotation der Sitzordnung vornehmen.
  • Vergleiche mit Gleichaltrigen aus­bleiben.
  • sie mit dem Schüler ein (nonverba­les) Zeichen vereinbaren, um ihn zurückzuholen, wenn er träumt.
  • sie kleinere Vergehen eher mal über­sehen und Positives stärker hervor­heben.
  • sie öfter authentisch loben, z. B.: „Du hast dich heute angestrengt. Das hat prima geklappt.“ Nicht: „Siehst du, du kannst es doch besser!“

Fazit

Halten sich Ihre Lehrer dann an die allgemeinen Regeln für den Umgang mit AD(H)S-Schülern und die hier vor­gestellten konkreten Tipps, wird vieles leichter, und der AD(H)S-Schüler kann dem Unterricht besser folgen. Von die­sen Regeln profitieren selbstverständ­lich nicht nur AD(H)S-Schüler, sondern alle Schüler.


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