Datenschutz im Netz: Eine Internet-Rallye zeigt die Folgen zu sorgloser Datenfreigabe auf

07.03.2018

Profile im Internet sind inzwischen alltäglich: Ob Shop, Forum oder soziales Netzwerk: Überall werden Sie aufgefordert, sich mit Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse zu registrieren. Im Web tauschen viele Ihrer Schüler zudem Kommentare und Fotos aus, die von den Seitenanbietern gesammelt und gespeichert werden. Doch mit jedem Profil und jedem Klick gibt man mehr über sich preis und das kann gefährliche Konsequenzen für Ihre Schüler haben.

Frei sein – für viele Jugendliche gibt es nichts Wichtigeres und Schöneres. Besonders in der Pubertät wollen sie selbstständig sein, eigene Grenzen ausloten und neue Erfahrungen machen. Im Internet kann dieser Drang nach Freiheit jedoch schnell gravierende Konsequenzen nach sich ziehen.

Mobbing im Netz

Wenn Kinder und Jugendliche sich im Internet sorglos bewegen, kommt es oft zu unschönen Zwischenfällen: Cybermobbing, sexuelle Belästigung, Nötigung oder Stalking kommen immer wieder vor.

Doch viele Zwischenfälle hätten vermieden werden können. Denn vieles wird durch das motiviert, was wir im Netz von uns preisgeben. Wer sich zurücknimmt, lebt also in den meisten Fällen sicherer.

Machen Sie Ihre Schüler zu Datenschnüfflern

Um Ihren Schülern zu zeigen, welche Folgen ein allzu sorgloser Umgang mit Daten im Netz haben kann und welchen Preis sie dafür zahlen, können Sie eine Internet-Rallye mit ihnen durchführen

1 Bereiten Sie die Rallye vor

Um das Detektiv-Spiel mit Ihren Schülern zu spielen, brauchen Sie entweder mehrere Online-Profile, auf denen Sie Informationen über sich preisgegeben haben, oder Sie erstellen auf mehreren Portalen ein Fake-Profil mit ausgedachten Daten.

2 Geben Sie den Startschuss

Geben Sie Ihren Schülern nun einen einzigen Hinweis – Herr Wampfler nahm z. B. ein Selfie von Instagram. Stellen Sie nun die Aufgabe, möglichst viel über die Person mit einer Internetrecherche herauszufinden: Name, Adresse, Alter, Geburtsort, Beruf, Interessen, Handynummer etc.

3 Lassen Sie Ihre Schüler suchen

Nun sollen Ihre Schüler durch eine eigenständige Recherche im Internet versuchen, diese Informationen zu erlangen, um ein möglichst umfangreiches Bild der Person zu bekommen.

Freiheit bedeutet den Verlust von Sicherheit

Je nachdem, wie viele Informationen Sie zur Verfügung gestellt haben, können Ihre Schüler viel oder wenig über Sie herausfinden. Sammeln Sie die Funde gemeinsam und diskutieren Sie anschließend darüber: Welche Schüler waren besonders findig, welche weniger? Hängt dies mit der Anzahl der Netzwerke zusammen, in denen sie angemeldet sind? Gibt es Informationen, die Ihre Schüler nicht veröffentlichen würden? Welche Folgen können solche Infos haben?

Diese Fragen sollen den Jugendlichen zeigen, wie schnell Daten unbewusst preisgegeben werden. Denn schon ein Foto kann viel verraten – über Interessen, Freunde, Sozialverhalten. Wer viele Partyfotos auf öffentlichen Profilen zeigt, wird es womöglich schwerer haben, nach der Schule einen Ausbildungsplatz zu finden, da er unseriös wirken könnte.

Die Folgen von zu viel Datenfreigabe

Auch soll Ihren Schülern bewusst werden, dass Freiheit immer mit der Aufgabe von Sicherheit verbunden ist. Wer viel von sich preisgibt, kann Opfer von Stalking, Hacking, personalisierter Werbung, Datenklau oder  übler Nachrede werden – einfach, weil er sich durch die veröffentlichte Datenmenge angreifbar macht.

Letztlich ist es an den Schülern zu entscheiden, wie viel sie über sich preisgeben wollen – wichtig ist aber, dass sie sich der Konsequenzen bewusst sind und dadurch bewusster entscheiden können, was sie veröffentlichen wollen und was nicht.

Das Netz vergisst nicht. Darum ist es für Ihre Schüler besser, geizig mit Daten zu sein. Mit der Internet-Rallye können Sie die Folgen von einem unvorsichtigen Umgang mit Daten anschaulich darstellen und so Ihre Schüler für die Gefahren sensibilisieren.


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