Frühzeitig Signale für Mobbing in der Klasse erkennen

26.03.2013

Grundsätzlich gibt es beim Schülermobbing in einer Klasse keine Unbeteiligten. Jeder ist entweder Täter, Mitläufer, Zuschauer oder schließlich Opfer. Oft haben Mobbing-Opfer Angst, mit einem Außenstehenden über ihre Probleme zu sprechen, weil sie nicht als Verräter oder hilfloses Opfer dastehen wollen. Sie versuchen sogar, Sympathien bei den Mobbern zu gewinnen, indem sie Übergriffe nach außen als Spaß verharmlosen. Als Klassenleitung sollten Sie folgende 4 Stufen kennen
Weitere Informationen zu Mobbing an Schulen finden Sie hier.

1. Ausgrenzung: Der Gemobbte wird systematisch ausgegrenzt
Es erscheint harmlos, aber es ist ein Zeichen von Ausgrenzung: Ein Schüler wendet seinem Banknachbarn den Rücken zu, um mit der Klasse zu sprechen. Im Sport oder auf dem Pausenhof lassen sich diese Beobachtungen bestätigen. Ein Kind darf nicht mitmachen, wird als Letztes gewählt oder bleibt übrig. Es erhält im Spiel keinen Ballkontakt.
2. Lügen: Es wird üble Nachrede über den Schüler verbreitet
Oft sind es kleine Briefchen, die weitergereicht werden. Schließlich finden sich Nachreden in den Chatforen des Internets in bedenklicher Form wieder. Aufgerüttelt hat die öffentliche Dokumentation eines Mobbingopfers in den Niederlanden, das sich schließlich umbrachte.
3. Kränkung: Der Betroffene wird öffentlich gekränkt und lächerlich gemacht
Auf dem Pausenhof beobachten Lehrer, dass Kindern die Hosen heruntergezogen werden. Grausam sind die Schläge, die mit dem Handy gefilmt werden. Lehrern bleiben diese Handlungen mitunter verborgen. Erst durch den Kontakt mit Schülern, die sich den Lehrkräften anvertrauen, erfahren sie davon.

Konflikte unter den Teppich zu kehren rächt sich bitter: Sie schwelen unterirdisch weiter. Erfahren sie, die sie Konflikte in der Schule – vermeiden – bewältigen – lösen

4. Behinderung: Die Arbeit wird behindert
Unterlagen verschwinden, Arbeitsmittel werden zerstört oder beschädigt, und der Schüler wird im Unterricht oder bei der Gruppenarbeit benachteiligt.

Tipp: Gerade in den Pausen und beim Sport lassen sich Vorgänge beobachten, die auf eine ernste Situation hinweisen. Sehen Sie nicht weg!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

„Shitstorm“ bei Facebook – so können Sie sich wehren

28. September 2017

Kein Medium ist heutzutage schneller als das Internet. So verbreiten sich leider auch in Windeseile ärgerliche Postings und Stellungnahmen von Eltern über Ihre Schule. Was Sie da tun können, erfahren Sie in diesem Beitrag.... So handeln Sie richtig bei einem Shitstorm in sozialen Netzwerken

Gewaltfreie Konfliktbewältigung

11. Mai 2012

Schülerkonflikte gehen Sie am besten an, indem Sie Ihre Schüler bei der Konfliktbewältigung unterstützen und ihnen Wege aufzeigen, Streit auf gewaltfreie Art beizulegen. Beispiel: In der 7c kommt es zu heftigen,... Mehr erfahren

Wer fragt, der führt – führen Sie!

14. September 2017

Fragen spielen in einem Gespräch eine wesentliche Rolle, denn: Wer fragt, der führt. Sie als Schulleiter und Füh­rungskraft sind also derjenige, der die Fragen stellt. Was es mit der Kunst zu fragen auf sich hat, erfahren Sie... So führen Sie Ihr Lehrpersonal mit gezielten Fragen




Verlag PROSchule

Service: +49 (0) 228-95 50 130
E-Mail: info@schulleiter.de

© 2019, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft