Wer sich an einer gewalttätigen Aktion gegen eine Mitschülerin beteiligt, der fliegt

21.01.2016

Die Verweisung auf eine andere Schule ist rechtmäßig, wenn mildere Mittel keinen Erfolg versprechen.

 

Der Fall

Ein 15-jähriger Schüler der Jahrgangsstufe 9 eines Gymnasiums wurde gemeinsam mit mehreren Mitschülern gegenüber einer 14-jährigen Mitschülerin in der Unterrichtspause gewalttätig. Er schlug und trat auf sie ein und schleifte das Mädchen dann am Boden liegend durch den Klassenraum. Die Schülerin erlitt erhebliche Verletzungen.

 

 

Die Klassenkonferenz entschied, den Schüler an eine andere Schule desselben Bildungsgangs zu überweisen. Hiergegen wandte sich der Schüler mit einem Eilverfahren, jedoch ohne Erfolg.

 

Die Begründung der Richter

Das Verhalten des Schülers beeinträchtige die ordnungsgemäße Unterrichts- und Erziehungsarbeit in erheblichem Maße. Mildere Mittel wie ein schriftlicher Verweis, ein Ausschluss vom Unterricht oder die Umsetzung in eine Parallelklasse seien im Hinblick auf das Fehlverhalten des Schülers nicht Erfolg versprechend. Trotz einer Entschuldigung gegenüber der Mitschülerin meine der Schüler, seine Gewalttätigkeit mit einer vorangegangenen Provokation gegen ihn rechtfertigen zu können.

Wer als Schüler in der Schulöffentlichkeit eine derartige Gewaltbereitschaft demonstriere, erweise sich als nicht aufgeschlossen gegenüber der auf Gewaltlosigkeit und soziales Handeln ausgerichteten Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Schule. Bliebe derartiges Fehlverhalten sanktionslos, verliere die Schule die zur Vermittlung der genannten Ziele erforderliche Glaubwürdigkeit und Durchsetzungsfähigkeit (Verwaltungsgericht Berlin, Beschluss vom 22.05.2014, Aktenzeichen: VG 3 L 328.14).

 

Mein Fazit

Eine denkbar klare Entscheidung der Richter, dass Gewalt an Schulen und insbesondere gegenüber Mitschülern in keinem Fall gerechtfertigt ist und nicht geduldet werden kann. Die Schule darf also direkt eine drastische Maßnahme verhängen, ohne zunächst mildere Mittel in Erwägung zu ziehen.

 


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Noten: Individuelle Leistungsbeurteilung oder Ergebnis von Algorithmen?

15. Mai 2019

Vorbei sind die Zeiten der kleinen roten Notenbüchlein, die der Lehrer zum Unterrichtsbeginn oder -ende zückt, um Noten zu geben. Programme für Tablets und PCs haben herkömmliche Methoden verdrängt. Hat die bewährte... Gesetze: Das müssen Sie über die elektronische Schulnotenverwaltung wissen

So wird der Herbstbasar Ihres Fördervereins auch rechtlich ein voller Erfolg!

30. Oktober 2018

Gut erhaltene Kinderbücher, Bobby-Cars oder Feuerwehrautos für das Weihnachtsfest sind ebenso beliebte Schnäppchen wie gut erhaltene Winterjacken, Pullis, Mützen und Schals. Der Herbstbasar Ihres Fördervereins macht das... Das müssen Sie aus rechtlicher Sicht bei einem Herbstbasar beachten.

Sabbatjahr – das gilt für Sie als Schulleiter

20. Juni 2018

Eine Auszeit vom Schulalltag – Hand aufs Herz: Haben Sie nicht auch schon einmal darüber nachgedacht? Eine Auszeit, um sich mehr um private Dinge kümmern zu können oder ferne Länder in einer Lebensphase zu bereisen, in der... Steht Ihnen als Schulleiter ein Sabbatjahr zu?




Verlag PROSchule

Service: +49 (0) 228-95 50 130
E-Mail: info@schulleiter.de

© 2019, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft
Hinweis: Selbstverständlich können Sie unsere kostenlosen Sonder-Reports auch ohne einen E-Mail-Newsletter anfordern. Schreiben Sie uns dafür einfach eine kurze Email. Wenn Sie den schnellsten Weg beibehalten wollen gilt wie immer unser Versprechen: Alle ausgewiesenen Sonder-Reporte sind zu 100% kostenlos und jeden Newsletter können Sie sofort am Ende des Newsletters wieder abbestellen.